Rund ums Geld

Machen Sie mehr aus Ihrer Vorsorge (Teil 1/3)

In einer dreiteiligen Serie geben wir Ihnen 20 nützliche Tipps, wie Sie die Säule 3a optimal gestalten. Lesen Sie in Teil 1, wie Sie die Säule 3a beim Berufseinstieg und in der Partnerschaft aufbauen.

Berufseinstieg: Starten Sie spätestens ab 30 mit dem Vorsorgesparen

Tipp 1: Ein früher Sparbeginn lohnt sich, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Erwerbstätige Jugendliche können theoretisch bereits ab dem 1. Januar nach Vollendung ihres 17. Altersjahrs 3a-Beiträge leisten. Das ist der Zeitpunkt, ab dem die AHV-Beitragspflicht beginnt, und ein AHV-pflichtiges Einkommen ist die Voraussetzung für Einzahlungen in die Säule 3a. Bei einem Lehrlingslohn macht der Steuerspareffekt allerdings nur einen sehr kleinen Frankenbetrag aus.

Spätestens ab Alter 30 sollten man dann aber mit dem Aufbau der Säule 3a beginnen, um vom möglichst langen Anlagehorizont zu profitieren.

Tipp 2: Langfristig erhöhen Sie Ihre Renditechancen, wenn Sie vom Vorsorgekonto aus in Vorsorgefonds investieren. Diese weisen einen Aktienanteil von bis zu 50 Prozent auf. Je nach Aktienquote erzielten die Vorsorgefonds der Migros Bank über die letzten fünf Jahre eine jährliche Durchschnittsperformance von 2,5 bis 5,5 Prozent. Nutzen Sie das Gespräch mit Ihrem Kundenberater, um anhand Ihres Anlagehorizonts und Ihrer Risikofähigkeit den passenden Vorsorgefonds auszuwählen. Voraussetzung ist, dass Sie bereit sind, gewisse Wertschwankungen einzugehen.

Tipp 3: Investieren Sie in Vorsorgefonds mittels Dauerauftrag, also mit regelmässigen, gleich grossen Einzahlungen. Das hat zur Folge, dass Sie automatisch mehr Anteile kaufen, wenn die Kurse tief und die Börsen günstig sind. Umgekehrt erwerben Sie weniger Anteile, wenn die Kurse und Börsenrisiken hoch sind.

Tipp 4: Achten Sie bei Vorsorgefonds auf die Gebühren. Vermeiden Sie Finanzprodukte, bei denen Depot- und Transaktionskosten anfallen und bei denen die Verwaltungskosten (Total Expense Ratio, TER) über 1,2 Prozent liegen. Die Migros Bank legt grossen Wert auf tiefe Gebühren und verzichtet bei Vorsorgefonds auf Depot- und Transaktionskosten.

Tipp 5: In jüngeren Jahren kann Ihr Budget grossen Schwankungen unterworfen sein, z.B. mit Auslandsaufenthalten, Zusatzausbildungen, Haushaltsgründung usw. Sparen Sie daher für die Säule 3a mit Bankprodukten (Vorsorgefonds, Vorsorgekonto) und nicht mit einem Versicherungsprodukt. Bei Letzterem ist nämlich die Höhe der Prämien während der gesamten Laufzeit häufig vertraglich fixiert.

Die Bank dagegen lässt Jahr für Jahr völlige Freiheit, inwieweit Sie den 3a-Maximalbetrag für die Einzahlungen ausschöpfen wollen.

Der Höchstbetrag, den Sie 2015 einzahlen können, beträgt für Angestellte 6’768 Franken, für Selbstständigerwerbende ohne Pensionskassenanschluss 33’840 Franken.

Partnerschaft: Jetzt doppelt einzahlen

Tipp 6: Zahlen Sie zu zweit in die Säule 3a ein, wenn Ihr Lebenspartner ebenfalls erwerbstätig ist. So können Sie zweimal den Maximalabzug geltend machen. Besonders empfehlenswert ist die Säule 3a, wenn Ihr Partner Teilzeit arbeitet. Denn wer z.B. 50 Prozent erwerbstätig ist, erhält von der Pensionskasse in der Regel nicht halb so viel Rente, sondern nur einen Viertel. Das liegt am sogenannten Koordinationsabzug. Die Lücke lässt sich über die Säule 3a schliessen.

Lesen Sie dazu auch die Blogbeiträge:

Tipp 7: Während der Mutterschaftspause und generell während einer Erwerbslosigkeit sind keine Beiträge für die Säule 3a möglich. Setzen Sie die Einzahlungen bei der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit fort.

Tipp 8: Ist bis auf weiteres kein beruflicher Wiedereinstieg vorgesehen, können Sie die Säule 3a auch ohne zusätzliche Einzahlungen weiterlaufen lassen. Oder Sie machen von der Möglichkeit einer vorzeitigen Auflösung Gebrauch, indem Sie mit dem Geld z.B. die Hypothek amortisieren. Mehr dazu lesen Sie in Teil 2 unserer Serie zur Säule 3a.

Ähnliche Beiträge

7 Kommentare zu Machen Sie mehr aus Ihrer Vorsorge (Teil 1/3)

  1. Guten Tag. Ist es bei einem Vorsorgekonto 3a auch möglich, dass nicht nur ich als Kontoinhaber sondern auch eine andere Person darauf einzahlt, z.B. ein Verwandter?

    1. Guten Tag
      Einzahlungen auf Vorsorgekonten sind auch von Drittpersonen möglich. Zu beachten ist allerdings, dass der/die Vorsorgenehmer/in ein AHV-pflichtiges, steuerbares Erwerbseinkommen aufweist.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  2. Guten Tag.
    Muss ich nach der Pension die Konten 3a zwingend auflösen? Oder kann ich die Konten nach beliebiger Zeit nach der Pension auflösen und das Geld beziehen?

    1. Sehr geehrter Herr Burkhard
      Der Bezug der Vorsorgegelder in der Säule 3a lässt sich bis maximal fünf Jahre nach dem Erreichen des ordentlichen AHV-Alters aufschieben, also im Fall von Frauen bis Alter 69, im Fall von Männern bis Alter 70. Voraussetzung ist aber, dass in dieser Zeit immer noch eine AHV-pflichtige Erwerbstätigkeit vorliegt. Mehr Informationen finden Sie hier.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  3. Wenn man aus steuertechnischen Gründen die 3a- Konten vor der Pensionierung nach und nach auflöst, wo kann man dann das Geld für 4-5 Jahre parkieren um noch Zinsen zu erhalten?

    1. Sehr geehrter Herr Zimmerli
      Besten Dank für Ihr Interesse an unserer dreiteiligen Kurzserie über die Säule 3a. Die nächste Folge erscheint am Montag, 26. Oktober.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

Schreiben Sie einen Kommentar

Wir sind an einer offenen Diskussion in den Kommentaren interessiert. Die Kommentare sollen jedoch einen fachlichen Bezug zum Beitragsthema haben. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder