Steuerabzüge für 10 Milliarden

Ich bin auf der Suche nach Tipps für meine Steuererklärung. Vor allem möchte ich wissen, wie ich die Steuerabzüge richtig nutze. Haben Sie dazu eine gute Übersicht?

Wohl die meisten von uns haben latent das Gefühl, dass ihre Steuerrechnung zu hoch ausfällt. Was auf den ersten Blick durchaus einleuchtet: 1990 bezahlten Herr und Frau Schweizer 28 Milliarden Franken an Einkommenssteuern. Inzwischen sind es rund 50 Milliarden. Dieser Anstieg wirkt enorm. Er muss allerdings relativiert werden, denn in dieser Zeit hat auch der Wohlstand in unserem Land stark zugenommen. In der Grafik sehen Sie, dass das Bruttoinlandprodukt seit 1990 ebenfalls um ansehnliche 75 Prozent gewachsen ist. Was die Grafik ausserdem zeigt: Im Vergleich zu den gesamten Steuereinnahmen der öffentlichen Hand sind die Einkommenssteuern der Privatpersonen klar unterdurchschnittlich gestiegen.

Denn das gesamte Steuervolumen hat sich praktisch verdoppelt und erreicht mittlerweile 130 Milliarden Franken.

Die Gegenüberstellung verdeutlicht, dass sich der Fiskus stärker als früher auf andere Einnahmequellen stützt, insbesondere die Mehrwertsteuer und die Besteuerung von Firmen. Dass demgegenüber die Einkommenssteuern für Private einen rückläufigen Anteil an den Staatseinnahmen aufweisen, hat zwei Gründe. Da ist erstens der verschärfte Steuerwettbewerb unter den Kantonen. Und zweitens hat die Bedeutung der Steuerabzüge stark zugenommen.

Seit 1990 sind die Einkommenssteuern der Privatpersonen von 28 auf 50 Milliarden Franken gestiegen. Das liegt zwar leicht über dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die gesamten Steuereinnahmen des Staates allerdings haben noch stärker zugenommen.
Seit 1990 sind die Einkommenssteuern der Privatpersonen von 28 auf 50 Milliarden Franken gestiegen. Das liegt zwar leicht über dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die gesamten Steuereinnahmen des Staates allerdings haben noch stärker zugenommen.

Das Steuersystem wird dauernd komplizierter

Das Optimieren dieser Abzüge hat sich immer mehr zum „Volkssport“ entwickelt. Allein bei der direkten Bundessteuer summieren sich die gewährten Vergünstigungen auf gegen 10 Milliarden Franken pro Jahr. Selbst die Steuerverwaltung verfügt nur über grobe Schätzungen zu diesem Betrag. Angesichts der vielen Arten von Abzügen, die zudem ständig ändern, haben viele Steuerzahler den Durchblick verloren. Wer weiss beispielsweise, dass eine freiwillige berufliche Zweitausbildung ab nächstem Jahr abzugsberechtigt wird? Um Ihnen das Ausfüllen der Steuererklärung zu erleichtern, finden Sie hier eine Liste mit 50 nützlichen Tipps. Dabei haben wir die Steuerabzüge in fünf Kategorien eingeteilt: Arbeit, Vorsorge, Wohneigentum, Geldanlage und Familie. Als Beispiel zum letztgenannten Bereich: Im Kanton Bern hat sich der Kinderabzug in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Der Fiskus hat also durchaus seine generösen Seiten. Nur sollte man diese eben kennen.

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2 Kommentare zu Steuerabzüge für 10 Milliarden

  1. ..richtig- unser Steuersystem, aber auch unser Krankenkassensystem ist schon länger ein Dschungel bei dem der einfache Bürger sich nicht, ohne Spezialisten und Zusatzkosten, zurecht findet.

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