Libor-Hypotheken bleiben interessant

Libor-Hypotheken sind aktuell die günstigste Finanzierungsvariante für den Immobilienkauf. Obwohl der Libor-Satz voraussichtlich Ende 2021 abgeschafft wird, können Sie weiter von den Kostenvorteilen profitieren.

In den letzten zwei Jahrzehnten lohnte es sich, auf Libor-Hypotheken zu setzen. Sie stellten für die Wohneigentümer meist die günstigere Finanzierung dar als Festhypotheken. Auch aktuell liegen bei der Migros Bank die Zinsen für Libor-Hypotheken mit 0,8 Prozent klar unter jenen von Festhypotheken.

Ausserordentliches Kündigungsrecht…

Trotz der Kostenvorteile mögen einzelne Interessenten vor dem Abschluss einer neuen Libor-Hypothek zurückschrecken. Ende 2021 endet nämlich die Meldepflicht für die London Interbank Offered Rates, kurz Libor. Wie der Name nahelegt, werden die Libor-Sätze von Banken auf dem Londoner Finanzplatz erhoben. Sie dienen allerdings weltweit als Referenzzinssätze. Auch für Schweizer Hypotheken: Die Migros Bank z.B. offeriert Libor-Hypotheken auf Basis von Ein-, Drei-, Sechs- und Zwölfmonats-Libor-Sätzen.
Diese werden von der Migros Bank weiterhin angeboten, auch wenn der frankenbezogene Libor in den kommenden Jahren durch einen neuen Basissatz wie den Saron (Swiss Average Rate Over Night) ersetzt werden dürfte. Um einer solchen Veränderung Rechnung zu tragen, hat die Migros Bank bereits letztes Jahr bei den neu abgeschlossenen Libor-Hypotheken ein Kündigungsrecht eingeführt. Ab dem Zeitpunkt, ab dem der Libor nicht mehr zur Verfügung steht, können die Kundinnen und Kunden in ein anderes Hypothekenprodukt der Migros Bank wechseln oder die Libor-Hypothek zurückführen.

… und zusätzlich alle paar Monate eine Wechselmöglichkeit

Zusätzlich zum ausserordentlichen Kündigungsrecht bietet die Libor-Hypothek dem Kunden eine regelmässige Ausstiegsmöglichkeit. Libor-Hypotheken der Migros Bank werden zwar mit einem dreijährigen Rahmenvertrag abgeschlossen. Der Zinssatz wird aber alle ein, drei, sechs oder zwölf Monate neu festgelegt, je nach gewählter Libor-Basis. Immer auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Wechsel in eine Festhypothek möglich. Deren Zinskonditionen können Sie übrigens bis zu 18 Monate im Voraus fixieren.

Libor-Hypotheken behalten ihre Kostenvorteile

Der frankenbezogene Dreimonats-Libor-Satz bewegt sich praktisch im Gleichschritt mit dem Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Letzterer liegt derzeit bei minus 0,75 Prozent. Eine erste Anhebung um 0,25 Prozent erwartet die Migros Bank frühestens im Herbst 2019. Es braucht also zwei weitere gleich grosse Schritte, damit der Dreimonats-Libor wieder die Nulllinie erreicht. Und erst ab diesem Niveau dürften sich die Libor-Hypotheken spürbar verteuern. Doch ausgehend von der unsicheren weltpolitischen Lage ist nicht mit einer raschen Kadenz von Leitzinserhöhungen zu rechnen. Damit bleiben die Libor-Sätze vorläufig tief – und die Libor-Hypotheken günstig.

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