Die Anlagepolitik im Jahr 2015

Die Migros Bank hält in der Vermögensverwaltung an der Übergewichtung von Aktienanlagen fest. Demgegenüber werden die Obligationenanlagen in Schweizer Franken zu Gunsten der Liquidität deutlich reduziert. Markus Wattinger, Leiter Asset Management, erläutert zum Jahresauftakt die Einschätzung der Finanzmärkte.

Markus WattingerUnsere Einschätzung der Börse hat sich 2014 ausgezahlt, waren wir doch das ganze Jahr in Aktienanlagen übergewichtet. Die Kunden der Vermögensverwaltung dürfen sich somit über eine positive absolute Rendite freuen. Sowohl der SPI (Swiss Performance Index) wie auch der Weltaktienindex (MSCI World) in Schweizer Franken erzielten ein zweistelliges Plus. Wiederholt haben wir an dieser Stelle aber auch darauf hingewiesen, dass es, in Anbetracht der fortgeschrittenen Kursentwicklung, an den Aktienmärkten jederzeit zu Korrekturen kommen kann. Diese stuften wir bisher jeweils als Kaufgelegenheit ein. Im Oktober kam es dann an den Aktienmärkten effektiv zu Einbrüchen. Heute notieren die Aktienindizes jedoch schon wieder deutlich über den Indexständen von Ende September. Dies verdeutlicht, dass überdurchschnittliche Renditen nicht ohne die Akzeptanz von Schwankungen respektive Volatilität möglich sind und einen entsprechenden Anlagehorizont voraussetzen.

Was ist von der Wirtschaft und der Geldpolitik zu erwarten?

Swiss Performance Index
Für 2015 gehen wir davon aus, dass die Weltwirtschaft leicht stärker wachsen wird als im letzten Jahr. Weiter gehen wir davon aus, dass das Bild einer zweigeteilten Weltwirtschaft auch im 2015 Bestand haben wird. Während der Wirtschaftsmotor in den USA brummt, wir erwarten ein Wachstum von rund 3% für 2015, machen der Eurozone, Japan und China strukturelle Probleme, die Wachstumsschwäche und die gedämpfte Inflation zu schaffen. Dies sorgt dafür, dass das nächste Jahr stark unter dem Einfluss der geldpolitischen Divergenz stehen wird. Während die amerikanische Notenbank ihre Zinszügel straffen wird, befindet sich die EZB auf Lockerungskurs. Mit Hilfe des soliden Wachstums in Amerika, der anhaltend lockeren Geldpolitik der EZB und einer schwächeren Währung darf von der Eurozone ein leicht positives Wachstum erwartet werden. Für das Wachstum in der Schweiz – wir erwarten für 2015 rund 1,5% bis 2% – dürften die Exporte wichtiger werden. Die Binnenwirtschaft bleibt weiterhin robust, ihr Wachstumsbeitrag wird im Vorjahresvergleich aber tendenziell geringer ausfallen.

Ein schwieriges Anlagejahr steht vor der Tür

Vor dem Hintergrund der sehr erfreulichen Vermögenszuwächse im letzten Jahr präsentiert sich die Ausgangslage für die zukünftige Marktentwicklung herausfordernd. Das Zinsniveau ist tief und die Aktienmärkte sind nicht mehr billig. Risikolos, das heisst ohne Schwankungen bei der Vermögensentwicklung in Kauf zu nehmen, lassen sich im aktuellen Umfeld keine nennenswerten Renditen erwirtschaften.

Strategie „Ausgewogen“
Gewichtungen der Anlageklasse "Ausgewogen"
Dunkelblau: Geldmarkt, Weiss: Obligationen,
Blau: Aktien, Hellblau: Übrige Anlagen.

In Anbetracht der historisch sehr tiefen Renditen von erstklassigen Anleihen in der Schweiz und Europa reduzieren wir unser Engagement in Schweizer Obligationen. Dies führt zu einer Untergewichtung dieser Anlagekategorie von 10% im Mandatstyp „Ausgewogen“. An der Übergewichtung von Aktien halten wir fest. Die Zentralbanken in Europa und Japan fluten die Finanzmärkte weiterhin mit Liquidität, die positiven Unternehmungsresultate und Dividendenrenditen sprechen ebenfalls für Aktien. Die Rahmenbedingungen für riskante Vermögenswerte und insbesondere für Aktien bleiben insgesamt vorerst positiv. Auf den aktuellen Kursniveaus sind jedoch nun auch längere Korrekturphasen jederzeit möglich. Die Erzielung einer Mehrrendite im Vergleich zur bescheidenen Rendite des Sparkontos bedingt im aktuellen Umfeld eine entsprechende Risikofähigkeit und einen langfristigen Anlagehorizont.

Details zu den verschiedenen Anlagestrategien mit den Performancezahlen finden Sie hier.

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