News trüben den Verstand

Die Flut an Finanzinformationen nimmt ständig zu. Muss ich die vielen Newsmeldungen wirklich mitverfolgen, um bei der Geldanlage Erfolg zu haben?

„Früher brauchte man Informationen, um ein Problem zu lösen; jetzt sind die Informationen zum Problem geworden“, lautet die treffende Einschätzung des Medienwissenschaftlers Neil Postman. Tatsächlich stehen wir heute unter einem pausenlosen Bombardement mit News, während deren Qualität und Relevanz immer dürftiger wird.

Deshalb mein Tipp: Klicken Sie bei den nächsten Breaking News einfach weg. Sie verpassen nichts, im Gegenteil.

Medienkonsum als Vollzeitjob
Mit dem Aufkommen von Internet und Smartphones ist die Mediennutzung nochmals stark gestiegen. (Quelle: Microsoft-Schätzungen)
Mit dem Aufkommen von Internet und Smartphones ist die Mediennutzung nochmals stark gestiegen. (Quelle: Microsoft-Schätzungen)

Wer fortlaufend und in Realtime das Börsengeschehen verfolgt, läuft Gefahr, schlechtere Entscheidungen zu treffen. Weshalb? Wenn ich eine Aktie kaufe und eine Minute danach wieder den Kurs abrufe, muss ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 49,8 Prozent enttäuscht feststellen, dass ich den Titel jetzt günstiger erwerben könnte. Eine Stunde später liegt meine Aktie noch immer mit 48,7-prozentiger Wahrscheinlichkeit im Minus. Nach einem Tag ist mein Verlustrisiko nur unwesentlich gesunken, auf 46 Prozent.

Nun ist die menschliche Psyche so beschaffen, dass ein Verlust stärker schmerzt als ein gleich hoher Gewinn erfreut. Wenn ich also permanent den Kurs abchecke und den Realtime-Verlust sehe, so beginne ich an meiner Strategie zu zweifeln – selbst wenn diese langfristig sehr erfolgreich wäre. Das Gegenmittel lautet: Ich überprüfe die Entwicklung der gekauften Aktie erst nach einem Jahr wieder. Bis dahin beträgt das Verlustrisiko nur noch etwa 30 Prozent.

Wie bewältigen Sie die Informationsflut? Diskutieren Sie mit!

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