Die Leiden der 20er-Note

Letzte Woche hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) die neue 20er-Banknote präsentiert. Seit dem 17. Mai ist sie im Umlauf und damit in den Händen der Schweizer Bevölkerung. Doch was geschieht mit der alten 20er-Note? Wie wird sie entsorgt und was bedeutet dies für unsere Umwelt? Eine Rekonstruktion.

Eine Packung Milch, eine Schachtel Eier, ein Laib Brot und 500 Gramm Rindshackfleisch – schon bin ich weg. Mein Besitzer übergibt mich der orange gekleideten Migros-Kassiererin, erhält im Gegenzug ein paar Münzen plus Quittung und verschwindet. Ich, die 20er-Note, lande in der dunklen Kassenbox neben meinen Leidensgenossen der 10er-Note, der 100er-Note und einer etwas komisch aussehenden 50er-Note.

Es ist still. Die Geräusche von draussen verstummen. Plötzlich öffnet sich die Klappe und die Kassiererin befreit mich und meine Kollegen aus der Dunkelheit und steckt uns umgehend in ein C4-Couvert. Wir gehen zusammen Richtung Postschalter. Von da aus dann weiter über eine der Kassenstellen zur Bankstelle der SNB. Ein technisch hochentwickelter Sortierautomat erkennt, ob ich noch Daseinsberechtigung habe oder nicht. Schnell ist entschieden: Ich bin nicht mehr erwünscht. Deshalb werde ich im gleichen Zug durch den Shredder gezogen, gepresst und in der öffentlichen Kehrichtverbrennungsanlage vernichtet.

Quelle: SNB

Der Grund dafür ist die neue 20er-Note. Seit dem 17. Mai 2017 ist sie im Umlauf. Diesmal ohne Arthur Honegger. Im Sinne einer vielfältigen Schweiz bildet sie die kreative Seite des Landes ab. Das Hauptelement ist das Licht. Neben einem Prisma sind darauf die Piazza Grande in Locarno, drei Schmetterlinge und eine Weltkugel zu sehen.

 

Von der Wiege bis zur Bahre

Die Entsorgung ist für die 20er-Note in unserer Geschichte eine unangenehme Sache. Aber auch auf unsere Umwelt hat die Vernichtung der Banknote einen negativen Einfluss. Die SNB hat das Ziel, den Bargeldverkehr möglichst ökologisch zu gestalten. Dafür nimmt sie den gesamten Lebenszyklus der Banknoten unter die Lupe. So ein Lebenszyklus reicht von der Baumwollproduktion über den Notendruck- und verkehr bis hin zur Entsorgung.

Grafik 1: Die einzelnen Prozessschritte im Lebenszyklus der Banknoten.
Quelle: SNB

Laut einer Studie der SNB ist die Lagerung und Verarbeitung der Banknoten sehr belastend für die Umwelt, wohingegen die Entsorgung vernachlässigbar ist. Die 20er-Note hat eine durchschnittliche Lebensdauer von zwei bis drei Jahren. Wollten wir die Umweltbelastung im Betrieb um 5 Prozent senken, müssten wir die Lebensdauer der Banknote um 10 Prozent erhöhen. Damit wäre neben Mutter Natur wohl auch unsere 20er-Note zufrieden.

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