Zinsausblick: Hypotheken bleiben günstig

Das Zinsumfeld in der Schweiz bleibt unverändert. Trotz vermehrter Kritik an den Negativzinsen wird die Schweizerische Nationalbank vorerst nicht von ihrem bisherigen Kurs abweichen. Für Hypothekarnehmer heisst das: Die Hypothekarzinsen bleiben auch im neuen Jahr niedrig.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat bei ihrer jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung die Geldpolitik unverändert expansiv belassen. Der Zins auf Sichteinlagen der Banken bei der SNB bleibt bei -0,75 Prozent, ebenso die Mitte des Zielbands für den Dreimonats-Libor. Damit notieren diese bereits seit vier Jahren im negativen Bereich. Um die Attraktivität des Frankens gegenüber dem Euro nicht zu erhöhen, wird die SNB die Leitzinsen wohl erst nach der Europäischen Zentralbank (EZB) anheben, also frühestens Ende 2019.

Die langfristigen Zinsen bleiben ebenfalls tief. Obligationen mit bester Bonität, wie beispielsweise Staatsanleihen der Eidgenossenschaft, bleiben in einem Umfeld mit hohen politischen Risiken gesucht. Der unsichere Ausgang der Brexit-Verhandlungen und die negativen Folgen des Handelskonflikts werden voraussichtlich auch in der ersten Jahreshälfte 2019 auf den langfristigen Zinsen lasten. Danach erwarten wir eine Entspannung an den Anleihenmärkten. Einerseits wird in der zweiten Jahreshälfte die Ausgestaltung des Brexit-Austrittsvertrags bekannt sein, andererseits dürfte bis dahin der Budgetstreit in der Eurozone wieder etwas in den Hintergrund getreten sein.

Zinsen in der Schweiz: Kein Anstieg in Sicht

Quelle: Thomson Reuters Datastream

Die durchschnittlichen Hypothekarzinsen sind im vierten Quartal gesunken. Laut Internet-Vergleichsdienst comparis.ch ist eine repräsentative 10-jährige Hypothek knapp 0,2 Prozentpunkte günstiger als noch Mitte Oktober. Ein starker Anstieg der Zinsen ist nicht in Sicht. Auch im neuen Jahr dürften Festhypotheken mit langen Laufzeiten als Finanzierungsinstrument äusserst attraktiv bleiben.

Trends Hypothekarzinsen in den nächsten Monaten

 

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