Vermögensverwaltung Migros Bank

Update zur Anlagepolitik der Migros Bank

Die Migros Bank hält in der Vermögensverwaltung an der Übergewichtung von Aktienanlagen fest. Dies hat die zuständige Anlagekommission an ihrer vierteljährlichen Sitzung beschlossen. Markus Wattinger, Leiter Asset Management der Migros Bank, erläutert die aktuelle Einschätzung der Finanzmärkte.

Markus WattingerIn absoluten Zahlen weisen unsere Vermögensverwaltungsmandate und Anlagefonds auch im bisherigen Jahresverlauf 2014 eine erfreuliche Performance aus. Ist es nun eventuell an der Zeit Gewinne zu realisieren und sich von den Finanzmärkten zu verabschieden? Eine berechtigte Frage.

Mit dem Entscheid der Schotten gegen die Unabhängigkeit ist ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor in Europa eliminiert. Dies dürfte den Fokus der Anleger wieder vermehrt auf makroökonomische Ereignisse lenken, wo durchaus positive Zeichen ausgemacht werden können. Die Wirtschaftserholung in den USA scheint breit abgestützt zu sein und entwickelt sich erfreulich. Die Unternehmungen investieren wieder vermehrt und somit steigen nicht nur die Gewinne, sondern auch die Umsätze. Hiervon dürfte auch Europa profitieren, dessen Wirtschaft zurzeit an Ort und Stelle tritt und jeder positive Wirtschaftsimpuls willkommen ist. Hoffen wir also, im Interesse der exportorientierten europäischen Wirtschaft, dass es sich um eine nachhaltige Wirtschaftserholung in den USA handelt.

Zinserhöhung in den USA im Sommer 2015?


USD/CHF

Die unterschiedliche wirtschaftliche Ausgangslage in den USA und Europa widerspiegelt sich auch in der Ausrichtungen der jeweiligen Notenbankpolitik. Während sich die US-Notenbank Fed auf eine Normalisierung der Geldpolitik und eine mögliche Zinserhöhung im Sommer 2015 vorbereitet, geht die Europäische Zentralbank in die entgegengesetzte Richtung. In Anbetracht der Negativzinsen auf Einlagen bei der EZB dürften die Zinsen in Europa noch länger gegen null tendieren. Diese geldpolitische Entkoppelung der beiden Länder dürfte dazu führen, dass der Euro gegenüber dem Dollar weiterhin an Terrain verliert. Mit dem Festhalten der SNB an der EUR/CHF Untergrenze von 1.20 dürfte konsequenterweise auch der Schweizer Franken gegenüber dem Dollar an Wert verlieren.

Aktien weiterhin übergewichtet

Vor diesem Hintergrund dürften sich Aktien generell, und unsere exportorientierten Schweizer Werte im speziellen, weiterhin gut entwickeln.

Die Migros Bank empfiehlt deshalb die Übergewichtung in Aktien beizubehalten.

In der Vermögensverwaltung beträgt die taktische Aktienquote der Strategie „Ausgewogen“ somit weiterhin 47 Prozent. Qualitätsaktien werden noch immer mit einer Dividendenrendite von rund 3% gehandelt und erscheinen im Vergleich zu den Obligationenanlagen, deren Renditen nahe dem Allzeittiefst notieren, attraktiv. Vor diesem Hintergrund könnten Korrekturen durchaus auch als Kaufgelegenheit gesehen werden. Gegensätzlich präsentiert sich das Bild bei den Obligationenanlagen. Hier spricht vieles für eine Untergewichtung der Anlagekategorie. Erstklassige kurze und mittlere Laufzeiten weisen, wenn überhaupt, nur noch sehr geringe Verfallsrenditen auf. Selbst Anleihen mit einem tieferen Rating erscheinen für den Anleger mittlerweile überteuert. Dies dürfte dazu führen, dass Anleger vermehrt auf den Gebührentarif ihrer Bank achten werden.

Swiss Performance Index (SPI)

Um Renditechancen bei Aktienanlagen wahrzunehmen, muss neben einem grundsätzlich langfristigen Anlagehorizont auch die Akzeptanz für grössere Kursschwankungen vorhanden sein. Als möglicher Auslöser von kurzfristig grösseren Kursschwankungen sei die Ukraine-Krise erwähnt, welche weiterhin für Nervosität sorgt. Ganz ausser Acht lassen sollten die Anleger die Politik also doch nicht. Auch wenn die Börsenweisheit „politische Börsen haben kurze Beine“ hoffentlich weiterhin gilt.

Weitere Informationen zur attraktiven Vermögensverwaltung der Migros Bank finden Sie hier.

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4 Kommentare zu Update zur Anlagepolitik der Migros Bank

  1. Ich habe mich leider an ihre Empfehlung gehalten :o(. Wollte eigentlich Gewinne realisieren; habe aber aufgrund der Empfehlung meinem Bauchgefühl nicht vertraut und bin in die Ferien gefahren. Erachte diese Empfehlung als schlechte Dienstleistung und fühle mich nach den markanten Kurseinbrüchen der letzten Tage ganz schlecht beraten. Solche eklatante Fehleischätzungen sollten entschädigungspflichtig sein!

    1. Guten Tag Herr Schönberg
      Wir bedauern Ihren unvorteilhaften Anlageentscheid.
      Der Aufwärtstrend an den Börsen dauert mittlerweile schon länger als fünf Jahre. Es stellt sich daher immer drängender die Frage, wann der Markt definitiv nach unten drehen könnte. Dafür muss aus unserer Sicht im Wesentlichen eine Voraussetzung erfüllt sein: eine durch restriktive Geldpolitik oder wirtschaftliche Ungleichgewichte ausgelöste globale Rezession. Solange sich eine solche nicht abzeichnet, gehen wir davon aus, dass die Unternehmensgewinne sowie Dividenden weiter steigen und die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend fortsetzen können. Dieser Trend wird aber nicht linear erfolgen – es wird immer wieder Korrekturen geben wie Anfang August oder Anfang Oktober. Darauf haben wir im Anlagekommentar hingewiesen. Um die Renditechancen bei Aktienanlagen wahrzunehmen, muss neben einem grundsätzlich langfristigen Anlagehorizont auch die Akzeptanz für grössere Kursschwankungen vorhanden sein. Das gilt im fortgeschrittenen Stadium dieses Börsenzyklus mehr denn je.

  2. Dieser Bericht ist vom 10. Okt. 2014.
    Warum zeigen Sie dann den Verlauf des SPI nur bis zum Juli 2014? Dieses positive Bild verändert sich aber von August bis heute stark. Interessant wäre Ihre Beurteilung der Situation der letzten 2-3 Monate und der Zukunft (zB. bis Ende Jahr).

    1. Guten Tag Herr Streit
      Wenn man auf den Chart klickt, um die Grafik zu vergrössern, wird deutlich, dass die Beschriftung „Juli“ vor dem Ende des Kursbandes ist und der Chart bis Anfang Oktober weiterläuft. Allerdings sind die Kursrückgänge seit der Publikation bzw. in der zweiten und dritten Oktoberwoche nicht mehr eingezeichnet. Aktuell steht der SPI wieder ungefähr da, wo er im Chart in den ersten Augusttagen war. Im Anlagekommentar wird ausdrücklich auf das Risiko von Korrekturen hingewiesen.
      Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten dauert mittlerweile schon länger als fünf Jahre. Bislang war jeder Kursrückschlag eine Kaufgelegenheit. Es stellt sich deshalb vermehrt die Frage, wann der Markt nach unten drehen könnte. Dafür muss im Wesentlichen eine Voraussetzung erfüllt sein: eine durch zu restriktive Geldpolitik oder wirtschaftliche Ungleichgewichte ausgelöste globale Rezession. Solange sich eine solche nicht abzeichnet, ist davon auszugehen, dass die Unternehmensgewinne sowie Dividenden weiter steigen und die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend fortsetzen können.

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