So machen Sie Ihr Portfolio klimafreundlich

Der menschengemachte Klimawandel findet statt – und Gegenmassnahmen sind dringend notwendig. Klimarisiken finden sich auch in Wertschriftenportfolios. Mit einer geschickten Titelauswahl machen Sie ihr Portefeuille klimafreundlich.

Vielleicht wird das Pariser Klimaabkommen (siehe Infobox) dereinst als Wendepunkt im Kampf gegen den Klimawandel in die Geschichte eingehen. Womöglich aber auch das Jahr 2019, in dem die jugendliche Klimabewegung breite Teile der Bevölkerung für das Thema sensibilisierte. Unbestritten sind der zunehmende Stellenwert des Klimawandels und der Fokus auf Gegenmassnahmen. Solche globalen Trends führen meist zu einem veränderten Konsumverhalten und einer Anpassung der Rahmenbedingungen durch die Politik. Deshalb sollten auch Anleger die Klimadebatte in ihren Investitionsentscheiden berücksichtigen.

Die wissenschaftliche Basis des Klimawandels

Nach Aussagen des Weltklimarats haben menschliche Aktivitäten die globale Temperatur rund 1.0°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erhöht. Weiter wird konstatiert, dass die bislang von der Politik beschlossenen Massnahmen nicht ausreichen, um die Erwärmung auf unter 2.0°C zu begrenzen – und dies trotz der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens durch die Mitgliedstaaten. Aber es gibt auch positive Nachrichten. Die selbstgesteckten Ziele können noch erreicht werden. Angemahnt wird jedoch, dass umgehend und mit Nachdruck geeignete Massnahmen ergriffen werden.

Der Weltklimarat ist das wissenschaftliche Rückgrat der Vereinten Nationen in Klimafragen. Er betreibt keine eigenständige Forschung, sondern aggregiert die weltweiten Forschungsergebnisse. Die Berichte des Weltklimarats enthalten jeweils eine Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger, bei der jeder Satz von den Mitgliedsstaaten im Konsens abgenommen werden muss – auch von klimakritischen Nationen wie den USA oder Russland. Man darf daher davon ausgehen, dass die Berichte den wissenschaftlichen und politischen Konsens darstellen.

Schlummernde Klimarisiken im Portfolio

Neben physischen Klimarisiken – etwa die Zunahme von Extremwetterereignissen wie Dürren oder Überschwemmungen – sind aus Anlegersicht die Transitionsrisiken von besonderer Bedeutung für das Portfolio. Diese entstehen, wenn der Gesetzgeber regulatorische Massnahmen ergreift (z.B. zur Einschränkung des Verbrauchs von fossilen Energien). Neue politische Rahmenbedingungen wie in der EU (siehe Infobox) können ganze Geschäftsbereiche obsolet werden lassen oder die Profitabilität und somit auch den Unternehmenswert mindern. Ein Beispiel hierfür ist die europäische Autoindustrie, welche den CO2-Ausstoss ihrer Modellpaletten aufgrund regulatorischer Anforderungen kontinuierlich verringern muss. Dies bedeutet höhere Investitionen in die Entwicklung von Elektroautos bei gleichbleibenden Umsätzen.

Die Ölindustrie ist ein weiteres Paradebeispiel. Ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmenswerts sind die Öl- und Gasreserven. Wirkt die Politik vermehrt auf eine klimaneutrale Wirtschaft hin, sinkt die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen und die Reserven verbleiben mehrheitlich im Boden. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von sogenannten «Stranded Assets», welche plötzlich ihren Wert verlieren. Vorhersagen gehen aber nach wie vor von gleichbleibendem, wenn nicht sogar steigendem Verbrauch fossiler Energie aus. Diese Diskrepanz zwischen den Klimazielen und Prognosen stellt für den Investor ein potenzielles Risiko dar.

Umsetzung im Portfolio

Die Minderung von Klimarisiken im Portfolio auf eigene Faust ist für den Privatanleger herausfordernd, aber möglich. In den Geschäfts- oder Nachhaltigkeitsberichten finden sich in der Regel Angaben zum CO2-Profil der Unternehmen. Neben der Eliminierung der grössten Klimasünder wie Öl- und Gaskonzerne oder traditioneller Automobilhersteller aus dem Portfolio kann folgende Checkliste Hilfe bieten.

Checkliste für die Auswahl klimafreundlicher Unternehmen

KriteriumBegründung
Das Unternehmen setzt sich CO2-Reduktionsziele.Dies zeigt die Bereitschaft, sich mit wandelnden Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Für die Erreichung des 1.5°C-Ziels ist eine jährliche Reduktion des Ausstosses von über 4 Prozent zwingend.
Das Unternehmen hat seit der Pariser Klimakonferenz 2015 seinen CO2-Ausstoss reduziert.Taten statt Worte. Eine Klimastrategie muss nicht nur formuliert, sondern auch umgesetzt werden. Ziel: siehe oben.
Die CO2-Intensität (Tonnen CO2/Mio. USD Umsatz) sollte möglichst niedrig sein.Ein verminderter CO2-Abdruck reduziert die Anfälligkeit ihres Portfolios auf CO2-Steuern. Die durchschnittliche CO2-Intensität einer Aktie des Weltaktienindex MSCI World liegt bei 168t.
Das Unternehmen besitzt eine Klimastrategie. Dabei müssen wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt werden.Die getroffenen Massnahmen dürfen nicht zu Lasten des Profits und des Unternehmenswerts gehen, sondern müssen in das Geschäftsmodell integriert werden.
Das Wertschriften-Portfolio ist weiterhin breit diversifiziert.Achten Sie auf die Diversifikation Ihres Portfolios. Auch in Zukunft wird eine breite Palette von Waren und Dienstleistungen nachgefragt. Für marktgerechte Renditen soll das Portfolio die zugrunde liegende Wirtschaft abbilden.

Einfacher geht eine Umsetzung mit professioneller Hilfe. Neben nachhaltigen Strategiefonds bietet die Migros Bank auch ein strukturiertes Produkt an, welches alle aufgeführten Kriterien erfüllt.

«Migros Bank Low Carbon» Tracker-Zertifikat

Neu bietet die Migros Bank im Rahmen ihrer umfassenden Anlagelösungen auch ein Produkt für Investitionen in umweltschonende Unternehmen mit reduziertem Kohlenstoffdioxid-Exposure an: das «Migros Bank Low Carbon» Tracker-Zertifikat. Für das Zertifikat werden aus einem weltweiten Aktienuniversum zwanzig Unternehmen ausgewählt, die sich zur CO2-Reduktion bekennen und diese auch nachweisbar umsetzen. Zusätzlich erfüllen die ausgewählten Titel die Nachhaltigkeitskriterien der Migros Bank und werden von unserem Aktien-Research überwacht. Der Einsatz modernster Portfoliosoftware definiert die Gewichtung der Titel und minimiert so die Abweichung zum MSCI World Index. Somit ermöglicht das Zertifikat Anlegern, an der globalen Aktienentwicklung zu partizipieren und gleichzeitig ein Portfolio von umweltbewussten Unternehmen mit reduziertem CO2-Fussabdruck aufzubauen. Eine Überprüfung der Zusammensetzung sowie ein Rebalancing findet quartalsweise statt. Das Tracker-Zertifikat eignet sich zur Arrondierung eines breit diversifizierten Anlageportfolios. Mehr Informationen zum «Migros Bank Low Carbon» Tracker-Zertifikat erhalten Sie hier .

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