Gleicher Lohn, aber 50 Prozent mehr Rente

Wie grosszügig Ihr Arbeitgeber ist, sehen Sie nicht nur an der Lohntüte. Viele Firmen zahlen deutlich mehr in die Pensionskasse ein als gesetzlich vorgeschrieben. Bereits bei einem durchschnittlichen Lohn ergibt das eine Differenz von bis zu 150‘000 Franken.

Kürzlich hat mich mein Neffe um Rat bei der Wahl einer neuen Arbeitsstelle gefragt. Zwei Angebote lagen auf seinem Tisch, die er als sehr ähnlich beurteilte. Allerdings hatte er nicht daran gedacht, die Leistungen der beiden Pensionskassen zu vergleichen.

Tatsächlich unterliegen viele Leute dem Irrtum, dass mit dem Lohn automatisch die Höhe der Rente definiert ist.

Doch die Unterschiede sind riesig. Im Falle meines Neffen zahlte das eine Unternehmen 3,5 Prozent des versicherten Lohns in die Pensionskasse ein. Die andere Firma dagegen gewährte eine doppelt so hohe Altersgutschrift von 7 Prozent. Diese Differenz wirkt zunächst wenig spektakulär. Hochgerechnet auf ein ganzes Berufsleben führt sie allerdings zu einem um 150‘000 Franken grösseren Alterskapital – notabene bei gleichem Lohn.

Ein Bonus von 150‘000 Franken
Je nach Pensionskasse steigt das Alterskapital auf 300‘000 oder 450‘000 Franken. Die Berechnung basiert auf einem aktuellen Durchschnittslohn von 6250 Franken. Ebenfalls in den Zahlen berücksichtigt ist die effektive Lohnentwicklung in den letzten 40 Jahren sowie der BVG-Mindestzinssatz seit 1985.

In der Grafik sehen Sie, wie diese hohe Summe zustande kommt. Die Kalkulation basiert auf einem aktuellen Durchschnittslohn von 6250 Franken pro Monat. Ebenfalls in den Zahlen berücksichtigt ist die effektive Lohnentwicklung in den letzten 40 Jahren.

Daraus folgt: Wer heute pensioniert wird, kommt bei einem mittleren Verdienst auf ein Alterskapital von 300‘000 Franken, wenn der Arbeitgeber bei der beruflichen Vorsorge stets das gesetzliche Minimum eingehalten hat.

Etliche Unternehmen zahlen aber freiwillig mehr in die Pensionskasse ein, in manchen Fällen den doppelten Betrag, womit sich das Sparguthaben auf 450‘000 Franken erhöht. Beim derzeit gültigen Umwandlungssatz von 6,8 Prozent bedeutet das: Die Jahresrente nimmt allein aufgrund dieses Faktors von 20‘400 auf 30‘600 Franken zu.

Was die Grafik ausserdem zeigt: Rund die Hälfte des Kapitals wird in den letzten zehn Jahren vor der Pensionierung angespart. Mit dem Alter steigt nämlich auch der Beitrag an die berufliche Vorsorge. Ab 55 beträgt die Minimalgutschrift des Arbeitgebers 9 Prozent vom versicherten Lohn. In dieser Lebensphase kann man somit am stärksten von einer grosszügigen Pensionskasse profitieren.

Wie gut nun Ihre persönliche PK dasteht, können Sie ganz einfach anhand unserer Checkliste beurteilen. Die Lektüre lohnt sich: Denn in der beruflichen Vorsorge führen bereits kleine prozentuale Differenzen zu hohen Geldbeträgen.

Ähnliche Beiträge

4 Kommentare zu Gleicher Lohn, aber 50 Prozent mehr Rente

  1. Das war auch der Grund, dass ich bei der Migros arbeitete. Die Migros Pensionskasse bezahlt den doppelten prozentsatz ein wie der Mitarbeiter und das sind 17% der versicherten Lohnsumme wohlverstanden.

  2. Mein Arbeitgeber zahlt weniger in die Pensionskasse als ich. Scheinbar ist dies in Ordnung, wenn er über die ganze Lohnsumme auf 50 % de Beiträge kommt.
    Es wird eh spannend, was in den nächsten 30 Jahren noch alles gehen wird? Die Linken Beispielsweise möchten die AHV Renten erhöhen. Was sicher in meinem Fall nicht von Nachteil wäre.

    1. Mein Arbeitgeber zahlt auch weniger als ich selbst ein.
      Auch bei mir ist es über die gesamte Lohnsumme so. Er zahlt nur das Minimum ein.
      Die Erhöhung der AHV wäre wohl für einige lebenswichtig …

Schreiben Sie einen Kommentar

Wir sind an einer offenen Diskussion in den Kommentaren interessiert. Die Kommentare sollen jedoch einen fachlichen Bezug zum Beitragsthema haben. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder