Vom «Weihnachtsgeld» aus den Tropen

Es gibt Weihnachtsmünzen. Sie kommen von einer Insel im Pazifischen Ozean, auf der es garantiert keinen Schnee, keine Eissterne, keine Ochsen und Esel und auch keine Tannenbäume gibt.

Der traditionelle Weihnachtsbatzen – egal ob als persönliches Geschenk oder als Spende an eine wohltätige Organisation – ist beliebt. Eine ganz andere Form von Weihnachtsgeld gibt es im Pazifik. Und zwar auf der Weihnachtsinsel, wo statt Tannenbäume Palmen wachsen und statt weissem Schnee weisser Sand den Boden bedeckt.

Verwirrenderweise gibt es zwei Inseln mit dem Namen Weihnachtsinsel. Die erste liegt im Indischen Ozean, etwa 350 Kilometer südlich der indonesischen Insel Java. Am 25. Dezember 1643 sichtete der britische Seefahrer William Mynors, der mit seinem Schiff Royal Mary auf Entdeckungsfahrt war, die Insel. Zu Ehren des Tages wurde sie als «Weihnachtsinsel» ins Logbuch des Schiffes eingetragen. Ein Besuch auf dem unbewohnten Eiland fand nicht statt. Diese Weihnachtsinsel wurde später dem britischen Empire angeschlossen. Seit 1958 gehört sie zu Australien.

Die zweite Weihnachtsinsel ist eine Insel im Zentralpazifik. Der britische Seemann James Cook verbachte dort mit seiner Mannschaft im Jahr 1777 die Festtage und taufte die zu dieser Zeit unbewohnte Insel deshalb «Christmas Island», also «Weihnachtsinsel». Später wurde die Insel zuerst von den USA, dann von Grossbritannien annektiert. Bei ihrer Unabhängigkeit 1979 gab sich die Insel einen neuen Namen, Kiritimati. Sie gehört zum Inselstaat Kiribati.

Kiritimati nutzte das Weihnachtsthema unter anderem auch für die touristische Vermarktung und setzte es häufig ein. Zum Beispiel für die Ausgabe von silbernen Sammlermünzen mit Weihnachtsmotiven, die mit «Christmas Island» bezeichnet sind. Die eher kitschigen Münzen zeigen z.B. einen Tannenbaum im Jahre 2012, einen Weihnachtsengel im Jahr 2015 sowie verschiedene Versionen der Krippenszene. Auf Onlineplattformen werden sie je nach Jahrgang und Zustand zu Preisen von umgerechnet unter 100 bis über 250 Franken angeboten.

Allerdings werden auch in Kiritimati selbst die Weihnachtsmünzen nicht als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert. Offizielle Währung des Inselstaates ist der Kiribati-Dollar. Dieser ist an den australischen Dollar gekoppelt, der als zweite Landeswährung im Inselstaat verwendet wird. Dies ist praktisch, da Kiritimati zwar Münzen herausgibt, aber die eigene Währung der Inseln über keine Banknoten verfügt. Die Münzen des Kiribati-Dollars bilden auch nicht das Christkind und die drei Könige ab, sondern einheimische Vogel- und Pflanzenarten, Delfine und Kanus.

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3 Kommentare zu Vom «Weihnachtsgeld» aus den Tropen

    1. Guten Tag Herr Eglin und danke für den Kommentar. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Entweder, Sie können einen Numismatiker kontaktieren (Adressen für Ihre Ortschaft finden Sie im (Online-)Telefonbuch) und schauen, ob er Ihnen die gewünschte Münze besorgen kann. Oft werden die Münzen auch auf Online-Plattformen wie Ricardo oder Ebay angeboten. Des weiteren gibt es auch Online-Numismatiker – hier ist aber auch Vorsicht geboten, damit es sich sicher um einen seriösen Webshop handelt.

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