Wir brauchen mehr Roboter

Die demografische Entwicklung stellt die globale Wirtschaft in den kommenden Jahren vor grosse Herausforderungen. Eine weitere Beschleunigung des technologischen Fortschritts ist gefordert.

In etwas mehr als einer Woche stimmen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die Stabilisierung der AHV ab. Die vorgeschlagene Reform – die AHV 21 – hat zum Ziel, die Finanzierung der ersten Säule unseres Vorsorgesystems für die kommenden Jahre zu sichern und die AHV gleichzeitig flexibler auszugestalten. Das ist auch nötig, denn die staatliche Vorsorge gerät zunehmend in Schieflage. Zentraler Grund dafür ist die demografische Entwicklung: Die Schweizer Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter. Der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung wird sich in den kommenden Jahrzehnten weiter reduzieren – die Pensionierung der Baby-Boomer-Generation beschleunigt diese Entwicklung. Damit steigt der finanzielle Druck auf unser Vorsorgesystem.

Auch die Wirtschaft spürt den demografischen Wandel immer stärker. Es herrscht ein zunehmender Mangel an Fachkräften. Unternehmen bekunden Mühe, offene Stellen zu besetzen. Der Arbeitsmarkt in der Schweiz ist ausgetrocknet – die Arbeitslosenquote von 2 Prozent notiert nahe der historischen Tiefststände. Der Mangel an Personal wird zunehmend zu einer Bedrohung für das wirtschaftliche Wachstum.

Die Schweiz steht mit dieser Problematik nicht alleine da. In den USA kommen derzeit auf jeden Arbeitssuchenden zwei offene Stellen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) berichtet, dass die Arbeitslosigkeit innerhalb der 38 Mitgliedsländer 2022 mit 5 Prozent auf den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2001 gesunken ist. In den meisten Industrienationen sinkt der Anteil Erwerbstätiger. Auch China, das lange Zeit von hohem Bevölkerungswachstum profitiert hat, wird sich dieser Entwicklung in den kommenden Jahren nicht entziehen können. Kurz: Die Alterung der Gesellschaft wird zunehmend zu einer globalen Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft.

Technologischer Fortschritt hilft

Während noch vor wenigen Jahren bezüglich Automatisierung und Digitalisierung der Wirtschaft die Angst vor Jobverlusten dominierte, rückt vor dem Hintergrund der immer spürbareren Auswirkungen des demografischen Wandels nun vermehrt die Dringlichkeit einer Beschleunigung des technologischen Fortschritts in den Mittelpunkt. Zu Recht, denn ohne Unterstützung durch Roboter und künstliche Intelligenz werden viele Industrieländer in den kommenden Jahrzehnten Mühe bekunden, das Wachstum zu generieren, welches nötig ist, um den hohen Lebensstandard zu halten und der Bevölkerung weiterhin eine umfassende Vorsorge zu bieten.

Unternehmen tun deshalb gut daran, noch intensiver in den technischen Fortschritt zu investieren. Regierungen wiederum sollten ihre Bemühungen verstärken, Rahmenbedingungen für Wirtschaft, Bildung und Forschung zu schaffen, die der Innovation im Technologiebereich förderlich sind. Gleichzeitig gilt es, für mehr Flexibilität zu sorgen, sei das bezüglich Arbeitsbedingungen oder den bestehenden Vorsorgesystemen. Ein flexibel ausgestalteter Arbeitsmarkt in Kombination mit einer hochgradig digitalisierten Wirtschaft kann durchaus eine schlagkräftige Antwort auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung darstellen.

Grafik: Demografische Entwicklung der Schweiz – Anteil der Senior*innen steigt

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