Wer hat’s erfunden? Die Schweizer!

Die Schweizer Wirtschaft steht im internationalen Vergleich sehr gut da. Erwarten Sie, dass unser Land diese Spitzenposition auch in Zukunft halten kann?

Der wirtschaftliche Aufstieg der Schweiz ist in der Tat beeindruckend. In den letzten hundert Jahren hat sich unser Wohlstand, gemessen am realen Pro-Kopf-Einkommen, glatt verfünffacht. Verbrauchte eine Familie zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Schnitt zwei Drittel des Einkommens für Nahrungsmittel und Kleider, so ist es heute gerade mal ein Sechstel. Doch weshalb geht es uns so viel besser? Die Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden haben uns nicht zu diesem gewaltigen Sprung verholfen. Denn sie sind von Natur aus knapp und lassen sich nicht beliebig vermehren. Vielmehr verdanken wir unseren Wohlstand dem immensen technischen Fortschritt. Der Erfindergeist ist keinen Grenzen unterworfen. Innovationen sind eine unerschöpfliche Quelle des wirtschaftlichen Wachstums.

Innovations-Weltmeister
Die Schweizer reichen pro Kopf der Bevölkerung am meisten internationale Patente ein. Die Tabelle umfasst die Top sechs sowie weitere ausgewählte Länder (Daten: Weltorganisation für geistiges Eigentum).
Patentanmeldungen pro eine Million Einwohner.
Die Schweizer reichen pro Kopf der Bevölkerung am meisten internationale Patente ein. Die Tabelle umfasst die Top sechs sowie weitere ausgewählte Länder (Daten: Weltorganisation für geistiges Eigentum).

Ein aussagekräftiger Massstab für die Innovationskraft und somit für das zukünftige Wachstum eines Landes ist die Zahl der eingereichten Patente. Hier ist die Schweiz der klare Weltmeister.

Nirgendwo sonst werden pro Kopf der Bevölkerung mehr Patente eingereicht (siehe Grafik). Auch die langjährigen Spitzenreiter Schweden und Finnland hat die Schweiz inzwischen überholt. Bemerkenswert ist Südkorea: Nach einem steilen Aufstieg liegt das Land im Jahr 2012 bereits auf Rang sechs, vor Deutschland.

 

Novartis und Roche sind die Vorreiter

Rund jedes sechste Schweizer Patent stammt aus der Pharma und Biotechnologie, dank den Flaggschiffen Novartis und Roche. Die beiden geben weltweit am zwei- und drittmeisten privates Geld für die Forschung aus, hinter Toyota. Bei Novartis erreichte das Budget im Jahr 2012 stolze 8,7 Milliarden Franken, davon entfielen 40 Prozent auf das Inland. Erfreulich ist überdies, in wie vielen unterschiedlichen Branchen unsere Wirtschaft ganz vorne mitmischt. Zu den fleissigsten Patentanmeldern gehören ebenso ABB, Nestlé, Syngenta und Swatch. Der Uhrenkonzern stand 2012 in der Kategorie „Industrie-Design“ weltweit an erster Stelle.

Die Patentstatistik zeigt einerseits, dass man als Aktionär der Schweizer Industrie-Flaggschiffe von einer geballten Ladung an Innovationskraft profitiert. Zudem sind diese Firmen hochprofitabel und schütten jedes Jahr Milliarden an Dividenden aus. Darüber hinaus belegen die Zahlen, dass unser Wohlstand auch für die Zukunft gut abgesichert ist. Angesichts der schweren Krise in vielen umliegenden Ländern zweifellos ein erfreulicher Befund.

Wie beurteilen Sie die Zukunft der Schweizer Wirtschaft? Diskutieren Sie mit!

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