Was das erste Quartal über das Gesamtjahr verrät

Aus den historischen Daten lässt sich zwar keine eindeutige Tendenz ablesen. Aber manchmal reimt sich Geschichte – und es zeichnet sich ein unterdurchschnittliches Aktienjahr ab.

Nach einem prächtigen Start ins neue Anlagejahr haben die wichtigsten Börsenindizes mittlerweile deutlich nachgegeben. In den USA erlitten der Dow Jones Industrial und der breiter gefasste S&P-500 im Februar und März auf Monatsbasis jeweils einen Verlust. Ein Ereignis, das vor 2018 gemäss dem US-Börsendienst Stock Trader’s Almanac eher selten vorkam: Seit 1950 nur elfmal im S&P-500 und zehnmal im Dow Jones. Enden beide Monate in der Verlustzone, verheisst dies historisch gesehen für die US-Börsen ein tendenziell schlechtes Aktienjahr.

So schloss der S&P-500 nach aufeinanderfolgenden Einbussen im Februar und März in acht der elf Fälle das Gesamtjahr mit einem Verlust ab, und zwar mit einem Minus von durchschnittlich 7,4 Prozent. Nur viermal entwickelte sich der S&P-500 im Zeitraum von April bis Dezember dabei positiv. Etwas besser hielt sich der Dow Jones. Er beendete das Börsenjahr zwar in sechs der zehn Fälle ebenfalls im Minusbereich. Die durchschnittliche Performance betrug -3,3 Prozent. Dabei wies er aber sechsmal einen Gewinn von April bis Dezember aus.

Wie sieht es in der Schweiz aus? Wir haben überprüft, wie sich der Swiss Performance Index (SPI) in den letzten 30 Jahren jeweils im ersten Quartal und auf Gesamtjahresbasis entwickelte. Von 1988 bis 2017 beendete der SPI das erste Jahresviertel nur neunmal in der Verlustzone. Fünfmal weiteten sich die Verluste im weiteren Jahresverlauf allerdings aus. Immerhin dreimal vermochte er aber das Gesamtjahr noch mit einem Gewinn abzuschliessen.

Aus diesen Daten lässt sich zwar keine eindeutige Tendenz ablesen, und die Wertentwicklung der Vergangenheit ist nicht notwendigerweise ein Hinweis für die zukünftige Börsenentwicklung. Aber manchmal reimt sich Geschichte – und es zeichnet sich ein unterdurchschnittliches Aktienjahr ab. Die Migros Bank rechnet mit weiterhin volatilen Börsen, ist aber positiv für Aktien gestimmt. Denn die Börse wird momentan v.a. durch die Politik belastet, das Wirtschaftsumfeld bleibt hingegen freundlich.

Wie sich der SPI nach einem schlechten ersten Quartal entwickelte
Quelle: Bloomberg, Migros Bank

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1 Kommentar zu Was das erste Quartal über das Gesamtjahr verrät

  1. Meines Erachtens entwickelt sich die Börse zur Zeit ins Hoch oder ins Tief, je nach politischer „Wetterlage“. Die Regierungen von USA, England, Iran, China, Korea, Spanien, Italien, Russland, Saudi-Arabien, Israel, Türkei (um nur die wichtigsten zu nennen) tragen zur positiven oder negativen Meinungsbildung der Börsen wesentlich bei.

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