Schlägt 2019 die Stunde der Value-Aktien?

Trotz der jüngst unruhigen Börsenzeiten haben am US-Aktienmarkt die Wachstumstitel (Growth) die Substanzwerte (Value) weit abgehängt. Ein Grossteil der Kursgewinne seit 2008 entfällt auf Growth-Aktien wie Amazon, Apple, Facebook, Alphabet und Netflix. Schlägt 2019 das Pendel zugunsten der Substanztitel um?

Die beiden Aktiensegmente unterscheiden sich primär in der Bewertung.  Wachstumstitel werden mit einer Prämie gehandelt, weil Anleger von diesen Unternehmen ein kräftiges Gewinnwachstum erwarten. Üblicherweise übertrifft ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis den Marktdurchschnitt deutlich. Oft handelt es sich um Unternehmen aus dem IT- oder Biotechnologiesektor.

Value-Aktien dagegen werden gegenüber der Gesamtmarktbewertung mit einem Abschlag gehandelt. Typischerweise finden sie sich in den defensiven Sektoren Versorger, Basiskonsumgüter, Telekom und Immobilien. Diese Unternehmen zahlen meist höhere Dividenden, da ihre Wachstumsaussichten nicht annährend so rosig sind wie die der Growth-Titel. Mitunter ist der Bewertungsabschlag allerdings auch ein Zeichen dafür, dass ein Unternehmen vorübergehend in Schwierigkeiten steckt.

Historisch gesehen haben sich Wachstumstitel in Zeiten bescheidener Konjunkturexpansion und niedriger Zinsen gut entwickelt, während sich Value-Aktien in Phasen stetigen Wirtschaftswachstums und steigender Zinsen ausgezeichnet haben. Allgemein entwickeln sich Wachstumstitel in einer Börsenhausse jeweils deutlich besser als Substanzwerte.

Im Zuge höherer Zinsen und des Handelsstreits mit China wird sich die US-Wirtschaft 2019 wohl abschwächen. Entsprechend volatil dürfte der US-Aktienmarkt bleiben. Fährt die Börse südwärts, dann schneiden defensive Aktien meistens besser ab als Wachstumstitel. Gefragt sind dann vor allem Valoren von Unternehmen, die weniger stark vom Konjunkturgang abhängig sind und attraktive Dividenden ausschütten.

Value-Aktien sind weit zurückgeblieben

(Indexiert: 01.01.2013 = 100)

 

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