Säule 3a: Eine Rendite von 3 Prozent bleibt realistisch

Die Zinsflaute macht Sparen weniger attraktiv. Unser Tipp: Zahlen Sie trotzdem in die dritte Säule ein. Denn je nach Strategie ist eine Rendite von über 3 Prozent weiterhin möglich.

0,6 Prozent Zins bezahlt die Migros Bank derzeit auf dem Vorsorgekonto der dritten Säule. Bei anderen Banken beträgt der Zins nur 0,5 Prozent. Soll man deshalb auf die Einzahlung in die Säule 3a verzichten, bis die Zinsen wieder steigen? Davon möchte ich abraten. Aus zweierlei Gründen.

Erstens verlieren Sie dadurch den Steuervorteil. Was nämlich oft vergessen wird: In der dritten Säule gilt der Steuerabzug jeweils nur für ein Jahr. Eine verpasste Einzahlung können Sie somit nicht mehr nachholen.

Und zweitens können Sie anstelle des Kontos in einen Vorsorgefonds investieren. So lässt sich die Rendite erheblich steigern – besonders in der aktuellen Tiefzinsphase.

Eine Fondslösung macht dann am meisten Sinn, wenn das Geld langfristig angelegt wird. Was gerade bei der Vorsorge häufig zutrifft.

Machen wir ein konkretes Beispiel: Die Grafik zeigt die Vermögensentwicklung für jemand, der seit 2006 jedes Jahr 6000 Franken in den Mi-Fonds (CH) 40 V einbezahlt hat. Bis heute erreicht sein Gewinn 25‘900 Franken. Knapp die Hälfte davon (11‘600 Franken) beruhen auf der Wertsteigerung des Fonds. Die übrigen 14‘300 Franken entsprechen der gesamten Steuerersparnis über zehn Jahre. Dieser Gewinn entspricht einer ansehnlichen Jahresrendite von 3,7 Prozent.

Ein Gewinn von 25‘900 Franken in zehn Jahren
Ein Gewinn von 25‘900 Franken in zehn Jahren
So hat sich das Vermögen in der dritten Säule entwickelt, wenn jemand seit 2006 jährlich 6000 Franken in den Mi-Fonds (CH) 40 V investiert hat.

Zu beachten ist: Die Steuerersparnis variiert je nach Wohnort und Zivilstand. Im Beispiel handelt es sich um ein Paar ohne Kinder, wohnhaft in Bern, mit einem gemeinsamen Einkommen von 100‘000 Franken. Wohnt das gleiche Paar beispielsweise in Basel oder Neuchâtel, so würde der Steuerabzug um insgesamt 2000 respektive 3000 Franken höher ausfallen, womit die Jahresrendite der Säule 3a auf bis zu 4 Prozent ansteigt. Eine Übersicht mit den Steuervorteilen pro Kanton finden Sie hier.

Wie sieht es nun aus mit den Risiken? Bei den Vorsorgegeldern toleriert der Gesetzgeber keine übermässigen Wertschwankungen. Bei Fonds der dritten Säule darf der Aktienanteil deshalb nicht über 50 Prozent liegen. Im Beispiel des Mi-Fonds (CH) 40 V beträgt er 40 Prozent. Und wie die Grafik verdeutlicht, hat der Fonds aus diesem Grund die erlittene Werteinbusse während der Finanzkrise 2008 relativ schnell wieder aufgeholt.

Der Steuervorteil der Vorsorgefonds beschränkt sich übrigens nicht nur auf die Einzahlung.

Denn im Gegensatz zu den herkömmlichen Anlagefonds sind sämtliche Gewinnausschüttungen ebenfalls steuerfrei.

Diese Ersparnis erreicht pro Jahr mehrere hundert Franken und ist in der Beispielrechnung nicht berücksichtigt. Überdies könnte das Paar, sofern beide als Angestellte arbeiten, die jährliche Einzahlung auf bis zu 13‘536 Franken erhöhen, womit der Steuerabzug nochmals stark zunehmen würde.

Trotz Zinsflaute: Mit einer klugen Strategie lohnt sich die dritte Säule noch immer. Der Einsatz von Vorsorgefonds ist dabei nur einer von unseren 20 Tipps zur Säule 3a, die Sie auf diesem Blog unter dem Titel Machen Sie mehr aus Ihrer Vorsorge nachlesen können. Bestimmt hat es auch für Sie eine nützliche Empfehlung darunter.

Mehr Futter für Ihr Sparschwein – Jetzt mit Mi-Fonds ordentlich zulegen. Mehr erfahren unter: migrosbank.ch/mi-fonds

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6 Kommentare zu Säule 3a: Eine Rendite von 3 Prozent bleibt realistisch

  1. Guten Tag
    Ist ein Teilbezug des 3a-Guthaben zur Ablösung einer fälligen Hypothekentranche möglich oder muss das ganze 3a-Konto saldiert werden?
    Beispiel: Hypothek 200’000; Saldo 3a-Konto 210’000
    Was würde dann mit dem übersteigenden Teil des 3a-Kontos geschehen (z.B. Überweisung auf ein neu zu eröffnendes 3a-Konto)?
    Vielen Dank.

    1. Sehr geehrter Herr Baumgartner
      Ja, Sie können einen Teilbetrag Ihres 3a-Vorsorgekontos beziehen, ohne dieses aufzulösen. Ein solcher Teilbezug ist möglich, sofern Sie noch nicht das Alter 60 erreicht haben und sofern allfällige weitere Vorbezüge länger als fünf Jahre zurückreichen.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  2. Interessanter Artikel. So wie sie es schreiben ist im Prinzip jeder selber schuld, wenn er nicht in dieses Modell investiert. Klar besteht das Risiko durch die Aktienmärkte. Die Rendite ist sehr verlockend. Nebst dem Risiko Aktienmarkt sehe ich den Haken nicht. Normalerweise werden die Gewinn durch Gebühren aufgefressen. Sie schreiben, dass bei der Migrosbank keine Gebühren anfallen. Fallen Gebühren bei der Börse an?

    1. Guten Tag Herr Schneider
      Sowohl der Kauf als auch der Verkauf von Vorsorgefonds ist bei der Migros Bank kostenlos. Zudem bestehen keine Depotgebühren. Beim Fonds selber fällt eine Verwaltungskommission von 0,75 Prozent an. Diese Kommission ist in der gezeigten Performance aber bereits berücksichtigt. Somit handelt es sich um die tatsächliche Netto-Rendite für den Kunden seit 2006 – es existieren also keine weiteren Abzüge oder Gebühren. Freundliche Grüsse, Albert Steck

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