33 Tipps - Holzwand mit weisser Nummer

33 Tipps zur Säule 3a (Teil 1 von 5)

33-mal Säule 3a – wir zeigen Ihnen die vielfältigen Möglichkeiten, wie Sie in der gebundenen Vorsorge Steuern sparen und gleichzeitig eine attraktive Rendite erzielen. Lesen Sie im Teil 1, wer wie viel in die Säule 3a einzahlen kann.

Tipp 1: Zahlen Sie die Beträge jeweils möglichst früh im Jahr in die Säule 3a ein, denn das Geld trägt dort mehr Rendite als auf einem Sparkonto. Ihre Einzahlungen können Sie vollumfänglich von der Einkommenssteuer abziehen – als Angestellter bis zu einem Betrag von 6739 Franken («kleine Säule 3a»), als Selbstständigerwerbender ohne Pensionskasse bis zu einer Höchstgrenze von 33‘696 Franken («grosse Säule 3a)». Diese Maximalbeträge werden alle zwei Jahre vom Bundesrat angepasst. Das nächste Mal wird das diesen Herbst der Fall sein, wenn der Satz für 2015 festgelegt wird. Nutzen Sie die Möglichkeit eines Dauerauftrags, der jährlich die Maximaleinzahlung vornimmt.

Tipp 2: Ein früher Sparbeginn lohnt sich. Erwerbstätige Jugendliche können theoretisch bereits ab dem 1. Januar nach Vollendung ihres 17. Altersjahrs 3a-Beiträge leisten. Das ist der Zeitpunkt, ab dem die AHV-Beitragspflicht beginnt, und ein AHV-pflichtiges Einkommen ist die Voraussetzung für Einzahlungen in die Säule 3a. Doch bei einem Lehrlingslohn macht der Steuerspareffekt nur einen sehr kleinen Frankenbetrag aus. Spätestens ab Alter 30 sollten man allerdings mit dem Aufbau der Säule 3a beginnen, um vom möglichst langen Anlagehorizont zu profitieren. Zudem erreichen die Einkommen eine Höhe, in der die Steuerersparnis relevant wird. (Lesen Sie dazu auch: Wenn die Letzten die Ersten sind)

Tipp 3: Die Einzahlungen in die Säule 3a lohnen sich sowohl für Personen mit tiefen Einkommen als auch für solche mit hohen Einkünften. Bezüger von tiefen Einkommen können ihre Steuern prozentual stärker senken als Grossverdiener. Dafür fällt für Grossverdiener die Steuerersparnis in absoluten Frankenbeträgen höher aus.

Tipp 4: Einzahlungen in die Säule 3a sind umso lohnender, je höher der Einkommenssteuersatz im Wohnkanton ist. Nutzen Sie also die Säule 3a besonders in Hochsteuerkantonen, wie etwa in Baselstadt, Bern, Jura, Genf usw.

Tipp 5: Zahlen Sie zu zweit in die Säule 3a ein, wenn Ihr Lebenspartner ebenfalls erwerbstätig ist. So können Sie zweimal den Maximalabzug geltend machen. Besonders empfehlenswert ist die Säule 3a, wenn Ihr Partner Teilzeit arbeitet. Denn wer z.B. 50 Prozent erwerbstätig ist, erhält von der Pensionskasse in der Regel nicht halb so viel Rente, sondern nur einen Viertel. Das liegt am sogenannten Koordinationsabzug. Die Lücke lässt sich über die Säule 3a schliessen. (Lesen Sie dazu auch: Private Vorsorge wird immer wichtiger sowie Teilzeitarbeit als Vorsorgefalle)

Tipp 6: Selbstständigerwerbende mit einem Einkommen von bis rund 170‘000 Franken schliessen aus Steuergründen idealerweise eine «grosse Säule 3a» ab. Das heisst, sie verzichten auf einen Pensionskassenanschluss und zahlen stattdessen bis zu 20 Prozent ihres Erwerbseinkommens bzw. maximal 33‘696 Franken pro Jahr in die Säule 3a ein. Bei noch höheren Einkommen empfiehlt sich aus Steuerüberlegungen eher der Anschluss an eine Pensionskasse, kombiniert mit einer «kleinen Säule 3a» (maximal 6739 Franken). Für eine umfassende Beurteilung sind allerdings neben den erwähnten steuerlichen Aspekten auch die Versicherungsleistungen eines Pensionskassenanschlusses zu berücksichtigen.

Tipp 7: Auch Ausländer oder Grenzgänger mit Wohnsitz im Ausland können in die Säule 3a einzahlen, falls sie in der Schweiz erwerbstätig sind.

Zu viel oder zu wenig?

Tipp 8: Zu viel in die Säule 3a einzuzahlen, lohnt sich nicht. Wer zu hohe Beiträge leistet, wird von der Steuerbehörde oder der 3a-Vorsorgeeinrichtung aufgefordert, sich den überschüssigen Betrag wieder auszahlen zu lassen. Nicht zurückgeforderte Maximalbeträge geniessen keine Steuerprivilegien – Vermögen und Erträge sind steuerbar.

Tipp 9: Umgekehrt lassen sich in einem Jahr verpasste Einzahlungen nicht mehr nachholen. Reichen Ihre Mittel im betreffenden Jahr nur entweder für eine Einzahlung in die Säule 3a oder in die Pensionskasse, so wählen Sie Ersteres. Denn den Einkauf in die Pensionskasse können Sie auf später verschieben.

Wie sicher sind 3a-Gelder?

Tipp 10: Keine Sorge wegen der Sicherheit der 3a-Gelder! Bei der Zahlungsunfähigkeit einer Bank schützt die Einlagensicherung pro Kunde 100‘000 Franken an Vorsorgegeldern (3a- und Freizügigkeitskonti zusammengezählt). Noch besser steht es um die Sicherheit der Vorsorgefonds (siehe Tipps 11ff.): Sie sind von der Zahlungsunfähigkeit der Bank nicht betroffen, denn als Sondervermögen fallen sie nicht in die Konkursmasse.

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16 Kommentare zu 33 Tipps zur Säule 3a (Teil 1 von 5)

  1. Guten Tag

    Wieviel beträgt der maximal zulässige steuerliche Abzug für ein Ehepaar, in welchem beide als Angestellte tätig sind?

    1. Guten Tag
      Als Angestellte mit Pensionskasse können Sie beide je den Maximalbetrag von CHF 6826 Franken abziehen.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  2. Ich habe zwei Säule-3a-Konten bei verschiedenen Banken. Kann ich nicht bei beiden den Maximalbetrag einzahlen, bei den Steuern natürlich nur einmal den Maximalbetrag angeben und nur einen der beiden Belege einreichen?
    Und wieviele Säule 3a Konten darf man haben?

    1. Guten Tag
      Steuerlich macht die Säule 3a keinen Sinn, wenn Sie die Einzahlungen nicht deklarieren und somit auch nicht von der Einkommenssteuer abziehen können. Denn die Auszahlung müssen Sie auf jeden Fall versteuern.
      Was die Anzahl der 3a-Konten betrifft, so erlaubt die Migros Bank bis zu fünf Konten pro Vorsorgenehmer.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  3. Guten Tag
    Wir zahlen seit Jahren den Maximalbetrag auf unsere Konten 3a ein. Nun wollen wir am Haus einige Sachen renovieren und das Geld beziehen.
    Der Bescheid von unserer Vorsorgeversicherung enttäuscht uns sehr. Sie bezahlen weder die neuen Teppiche auf der Treppe und im Eingang (Schmutzschleuse), noch bezahlen sie unser neues Garagentor. Sie beziehen sich dabei auf eine nationale Liste, welche definiert, was Renovation ist und was nicht. Geld aus der 3. Säule dürfe nur für Renovationen benützt werden.

    Über eine Einschätzung ihrerseits würden wir uns freuen.

    Freundliche Grüsse
    Cornelia Felder

    1. Sehr geehrte Frau Felder
      Vorsorgegelder der Säule 3a können sowohl für wertvermehrende als auch für werterhaltende Renovationen verwendet werden. Es gilt allerdings der Grundsatz, dass diese Renovationen vor allem dem Wohnen der versicherten Person dienen müssen – womit Renovationen an Garage oder Garagentor grunsätzlich ausgeschlossen sind. Zudem dürfen mit dem Geld weder kleinste Renovationen vorgenommen werden (also kein Ersatz von Teppichen wie in Ihrem Fall) noch luxuriöse Renovationen (z.B. keine Sauna und kein Swimmingpool).
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  4. Guten Tag
    Ich habe nebst Lohneinkommen auch eine Mietzinseinkunft aus einem Objekt, das ich vermiete. Gilt dies auch als Einkunft für die jährliche Berechnung der Säule-3a-Mindesteinlage?

    1. Sehr geehrte Frau Germann
      Nein, die Mietzinseinkünfte haben keinen Einfluss auf die Berechnung der abzugsfähigen Säule-3a-Beträge, denn ich nehme an, die Mietzinseinkünfte versteuern Sie als Kapitalerträge und nicht als AHV-pflichtiges Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  5. Kann meine berufstätige Frau und ich gemeinsam auf ein Säule-3a-Konto einzahlen. D.h. nicht je auf ein Konto, sondern nur auf ein Konto?

    1. Guten Tag
      Ein 3a-Konto ist persönlich und lautet auf einen einzigen Vorsorgenehmer. Die Einzahlungen können dagegen individuell erfolgen, d.h. es wird nicht kontrolliert, woher die Eingänge kommen. Sowohl Ihre Frau als auch Sie können also Einzahlungen vornehmen; die Summe Ihrer Einzahlungen darf aber den (einfachen) Maximalbetrag nicht überschreiten.
      Freundliche Grüsse, Urs Aeberli

  6. Guten Tag

    Super Tipps! Und endlich mal auch jemand der an die vielen Grenzgänger denkt. Die wenigsten wissen, dass auch Grenzgänger die Möglichkeit des Vorsorge-Sparens nutzen können.

    Danke

  7. Guten Tag
    Gratuliere, wertvolle Tipps. Albert Steck überzeugt
    auch mit seinem Beitrag über Börse im MIGROS-Magazin.
    Albert Tanner

  8. Doppelverdiener werden zusammengerechnet und
    dann gibt’s «über Nacht» bei Auszahlung eine höhere
    Rechnung (Kt.St.Gallen)…an der Öffentlichkeit vorbei..

    Besten Dank

    1. Guten Tag Herr Keller (Rolf)
      Sie haben Recht, Doppelverdiener wird das Kapital bei Auszahlung addiert, aber zum Heiratstarif:
      Bsp. Stadt St.Gallen (Katholisch)
      CHF 200’000 Auszahlung (Ehepaar je CHF 100’000) = Steuerbelastung CHF 10’260 + Bundesst. CHF 2512.40
      CHF 100’000 Auszahlung Alleinstehender = Steuerbelastung CHF 5’130 + Bundesst. CHF 574.75
      Fazit: Staatsteuer ist einfach das Doppelte (Kapital auch doppelt). Bundessteuer ist leicht höher.
      TIPP: Ehepaare sollen nicht im gleichen Jahr den Kapitalbezug vornehmen, sondern stets nacheinander. Belastung = CHF 100’000 pro Jahr = Steuerbelastung CHF 4’560 + Bundesst. CHF 393.60
      Schlussfazit: Ehepaar sparen in dem Fall CHF 2’865.20 wenn der Bezug aufgeteilt in 2 Jahre vorgenommen wird.
      Das freut das Ferienbudget :-)
      Diana Born

      Hier noch der LInk zum selber rechnen:
      http://www.steuern.sg.ch/home/sachthemen/eservices/steuerkalkulator_vorsorge.html

    1. Guten Tag Herr Egger
      Die 33 Tipps erscheinen thematisch geordnet als fünfteilige Serie. Die restlichen Tipps stellen wir in den nächsten Folgen vor.

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